Wenn wir so unsere ersten Runden durchs Stadtzentrum von Saigon ziehen und uns umsehen, fällt uns immer wieder auf, dass es hier in der größten Stadt von Vietnam ganz anders als in den übrigen Teilen ist.
Modern, einfach & historisch
Die Moderne, die uns in diesem Land bisher noch nicht so untergekommen ist, ist allerdings nur ein Teil des Stadtbildes. Denn es existieren hier ganz eng nebeneinander die modernsten Glaspaläste neben einfachen, heruntergekommenen zusammengestückelten Verschlägen und historischen Kolonialbauten. Eine ganz spannende Mischung, die gut widerspiegelt, wie sehr sich die Stadt zu mausern versucht.
Gute Verständigung
Zu den angenehmen Dingen für uns zählt der Umstand, dass hier in Saigon die Menschen offenbar Englisch können bzw. es auch verwenden. So haben wir endlich die Möglichkeit, auch mit Leuten zu kommunizieren, mit denen wir nicht gerade klassische Touristenkontakte haben. Das ist eine große Bereicherung für unser Reiseerlebnis.
Ampeln werden berücksichtigt
Jedenfalls sind wir durch kleine Gässchen genauso wie über die große Fußgängerzone gezogen, um das Leben auf der Straße zu beobachten. Das was uns dabei massiv betrifft, ist der Verkehr. Auch hier gibt es gefühlt mehr Mopeds als Menschen. Und auch hier wird alles mögliche und alles unmögliche auf den Mopeds transportiert. Ein interessanter neuer Aspekt sind die Ampeln, die hier gerade auf den großen, breiten Straßen von den meisten Mopedfahrern berücksichtigt werden. Es ist für uns inzwischen ungewohnt, bei einer grünen Ampel fast ohne Risiko die Straße zu überqueren. Doch der Großteil der Straßenüberquerungen erfolgt weiterhin im „Durchgleitdiffundiermodus“.
Gehsteige nutzbar
Und noch ein zweites Thema zu den Mopeds. Es scheint so, als wären hier nur manchmal Teile der Gehsteige verparkt und nicht der komplette Gehsteig. Wahrscheinlich weil es hier so viele Tiefgaragen und Parkplätze gibt, wo ein großer Teil der Gefährte abgestellt wird. Wir können somit als Fußgänger die Gehsteige auch zum Gehen benutzen. Das was bei uns Normalität ist, ist hier in Saigon die positive Ausnahme Vietnams.
Individualverkehr macht Sinn
Wir können auch gut nachvollziehen, warum hier jeder mit dem Moped oder zumindest Mopedtaxi unterwegs ist. Es ist einfach die schnellste Methode der Fortbewegung. Wir haben uns angesehen, wie es wäre, die eine oder andere Strecke mit dem Bus zu fahren. Doch oft beträgt – gerade bei weiteren Distanzen – der Unterschied zwischen Fahrzeit mit dem öffentlichen Bus und Gehzeit nur wenige Minuten. Was wirklich kurios oder vielmehr verrückt ist. Die nächstschnellere sinnvolle Möglichkeit ist das Taxi, das wir für größere Distanzen gewählt haben. Also eigentlich verwenden wir immer Grab, weil hier klar ist, wo wir genau hinwollen und auch der Preis bereits fix ist und es keine unnötigen Diskussionen wegen des Fahrpreises gibt.
Doch für Einheimische, oder wenn man alleine unterwegs ist, bietet sich dann schon das Mopedtaxi an. Oder natürlich das eigene Moped, wenn man eines besitzt. Radfahrer haben wir ganz vereinzelt auch gesehen. Doch Saigon ist eindeutig nicht auf das Radfahren eingerichtet.
Heiß & eiskalt
Dass Vietnam im tropischen Klima liegt, zeigt sich hier in Saigon so richtig schön – zumindest für mich. Andreas hat das Gefühl er steht die ganze Zeit unter der Dusche. Kalt bzw. viel zu kalt ist es nur in Innenräumen. Bei der Suche nach einem netten Cafe, von denen es unzählige gibt, ist uns aufgefallen, dass es gar nicht so einfach ist, ein passendes zu finden. Denn wir wollen unbedingt im Freien sitzen. Aber der Großteil der Lokale hat zwar nette Räume, aber viel zu sehr klimatisiert. Der Kaffee selbst ist natürlich überall sehr gut und es gibt auch immer eine ganz große Auswahl.
Zentrumsrunde
Nach unserem ersten Frühstück haben wir eine große Runde durch die Innenstadt gemacht. Von der breiten, fast einsamen Fußgängerpromenade Nguyen Hue bis zur Uferpromenade des Flusses Saigon. Dann über den zweiten Boulevard Dong Koih, vorbei beim ehemaligen Opernhaus, der eingerüsteten Kirche Notre Dame bis zum Hauptpostamt. Endlich haben wir das Postamt gefunden, das wir bereits in Hanoi gesucht hatten, bis wir herausfanden, dass das von Eiffel entworfene Postgebäude in Saigon steht. Ein wirklich ausgesprochen beeindruckendes Bauwerk. Dann ging es noch durch den quirreligen und engen Ben Thanh Markt, der ziemlich stressig ist.
Zum Abschluss sind wir auf die Dachterrasse des geschichtsträchtigen Hotels Rex, wo wir zum Sonnenuntergang einen Drink und unser Abendessen genossen haben. Gleichzeitig erwachten wieder all die bunten Lichter auf den umstehenden modernen Glasgebäuden.
4 Gedanken zu „Saigon Zentrum“
Tolle Stadt, find ich echt interessant! Beim Hauptpostamt von Eiffel hätt ich mehr Metall erwartet :), schaut aber hübsch aus!
Ich hoffe, ihr seid gut nach Hause gekommen, vielen Dank für die ganz, ganz tollen Fotos und die spannend-witzigen Reiseberichte.
Ganz liebe Grüße, hoffentlich hält sich der Jetlag in Grenzen. Doris
Liebe Doris!
Lt. Wikipedia ist es so… Die Architektur des Postamtes stammt von Auguste-Henri Vildieu und Alfred Foulhoux. Der Metallrahmen jedoch wurde von Gustave Eiffel entworfen. Eben jener Eiffel des Eiffelturms und der Freiheitsstatue. Als dem Eiffel sein Metall sieht man nur Innen und nur ein bisserl. ;-).
Ja, wir sind wieder da. Die Heimreise war (wie immer) ziemlich mühsam und lang. Und wir müssen noch in der richtigen Zeit ankommen.
Fein, dass dir der Blog und das „Mitreisen“ gefallen hat.
Liebe Grüße, Andreas
Lustig und interessant die Transporte mit den Mopeds, ein reges Treiben.
Schönes weißes Kleid gesichtet ,dazu mit saloppe Patschen ggg
Die armen müssen auf so kleine Hocker und Tische sitzen und essen.
Einkaufen würde ich dort nicht so gerne, so wie es bei uns bei manche Geschäfte ist ,so viel verschiedene Ware alles auf einen Haufen, das stresst.
Den vorbeifahrenden Mopeds haben wir oft wirklich stundenlang zugesehen, weil das so spannend ist.