Den letzten Tag in Tainan gehen wir ganz gemütlich an. Wir haben nichts Großes geplant, wollen einfach nochmals die Stadt auf uns wirken lassen und einen kleinen Ausflug zum Grünen Tunnel in Sicao machen.
Taiwanesisch-Österreichische Plaudertasche
Nach unserem heutigen Frühstückskaffee sprach uns unerwartet ein Taiwanese an und fragte, ob er uns helfen könne und woher wir kommen. Dann meinte er, er würde auch aus Österreich kommen. Da er Englisch mit uns sprach, schauten wir ihn ziemlich ungläubig an. Doch als Beweis zückte er seine E-Card und ÖBB-Vorteilskarte. Anschließend sprach er Deutsch mit uns und erzählte, dass er in Linz wohnt und gerade seinen Vater in Tainan besucht und warum sein Vater nicht in Österreich leben wollte. Schade, dass er nur in Dauerschleife ohne Unterbrechung geredet und keine Fragen zugelassen hat, denn das hätte interessant werden können. Jedenfalls war es schon eine kuriose Begegnung, in Taiwan zufällige einen Taiwaner zu treffen, der seit 25 Jahren in Österreich lebt.
Spannende Taxi-Konversation
Eine sehr erfrischende Unterhaltung führten wir dafür anschließend mit unserem Uber-Fahrer, der uns in den Nationalpark nach Sicao fuhr. Mit perfektem Englisch hat er sich mit uns unterhalten und wollte wissen, ob wir als Österreicher auch Geige spielen können. Nach seiner Einschätzung würden nämlich alle Österreicher ein Instrument spielen. Er hat offenbar wirklich Spaß an seinem Job und an den Plaudereien mit seinen Fahrgästen.
Wir fragten nach, ob er Europa kennt. Da war der weltoffene Taiwanese zwar noch nie, aber er würde gerne mal nach Paris und Stuttgart. Und warum gerade Stuttgart? Natürlich wegen des Porsche-Museums.
Düsenjet-Militärübungen
Wie schon am Vortag, hörten wir auch heute ganz oft und ziemlich laut Düsenjets durch die Luft brausen. Deshalb unterhielten wir uns ausführlich mit unserem Fahrer darüber, wie er die Lage mit China einschätzt. Es ist schön zu hören, dass er – wie auch viele andere Taiwaner – trotz der Situation keine Angst hat. Obwohl alle damit rechnen, dass wahrscheinlich in ein paar Jahren die Chinesen militärisch angreifen werden.
Bootsfahrt durch die Mangroven
Im Sicao Feuchtgebiet, das in einem Nationalpark liegt, gibt es die Möglichkeit, mit einem Boot durch Mangroven zu fahren. Und zwar überwuchern die Mangroven eigentlich den Kanal. Sie werden allerdings so zurecht geschnitten, dass man darunter wie durch einen grünen Tunnel fahren kann.
Diese Fahrt dauert nur eine halbe Stunde, zeigt aber eine komplett andere Landschaft, als man sie sonst in der Umgebung sieht. Auf dem Boot sitzen die Touristen auf kleinen Plastikhockern und jeder bekommt zum Schutz eine Schwimmweste und einen spitzen Sonnenhut. Und dann geht es los, inklusive Erklärungen zur Natur und dem Getier, das sich hier befindet. Außer grün und ein paar Füllwörtern habe ich allerdings nichts vom chinesischen Vortrag verstanden. Trotzdem war es eine interessante Fahrt durch üppiges Grün.
Schlendern durch die Stadt
Da uns der Bus, der nur alle eineinhalb Stunden von Sicao nach Tainan zurückfährt, gerade vor der Nase davonfuhr, haben wir uns auch für den Rückweg ein Taxi genommen. Dort schlenderten wir noch ein bisschen durch die Stadt. So drehten wir eine Runde durch den Tainan Wu Garden, kamen auch noch bei ein paar Tempel vorbei, tranken Kaffee und hatten noch Sushi zum Abendessen.
Ein Gedanke zu „Plaudereien und Grüner Tunnel in Sicao“
schöne Fotos du wieder gemacht … super … LG Marion